FREISPRECHEINRICHTUNG

24. November 2009

Wie weiter?

Die FREISPRECHEINRICHTUNG ist nun seit geraumer Zeit ohne neue Beiträge meinerseits. Das hat vor allem folgenden Grund: Es gibt keine neuen Erkenntnisse über den Verein Deutsche Sprache e.V. (weiterhin VDS), seine tragenden Funktionäre und Sympathisanten. Eine Entwicklung in irgendeine Richtung ist seitens des VDS und seiner Protagonisten nicht zu entdecken. Weiterhin habe ich in den letzten drei Monaten ein Experiment mit dem VDS unternommen:

  • Die ständige Beobachtung des VDS wurde in diesem Zeitraum eingestellt.
  • Die ständige Beobachtung des VDS-offiziellen Forums wurde in diesem Zeitraum ebenfalls eingestellt.
  • Gestern habe ich die Beobachtung wieder aufgenommen und stelle hiermit Folgendes fest:
    • Die Ziele, die Doktrin, die Polemik und die Arbeitsweise des VDS haben sich NICHT geändert.
    • Der VDS reklamiert nach wie vor ausnahmslos ALLE “Lichtblicke für die deutsche Sprache” als seine EIGENEN Erfolge. Das ist lachhaft. Dass viele Menschen keine Anglizismen verwenden, liegt definitiv NICHT an der Propaganda des VDS. So stellt der VDS die Absichtserklärung der schwarz-gelben Koalition zur Verankerung der deutschen Sprache als Staatsziel Kultur als, so wörtlich: “Erfolg für den VDS” dar. Der VDS war definitiv NICHT an den Koalitionsverhandlungen beteiligt. Auch die ARD-Entscheidung, künftig für den Eurovision Song Contest mit Stefan Raab zusammenzuarbeiten, wurde fälschlicherweise als VDS-Erfindung propagiert, ich berichtete damals.
    • Der VDS war sich auch nicht zu schade, den peinlichen (eher pampigen) Auftritt des damals Nochnicht-Außenministers Westerwelle (Pressekonferenz vom 29.9.09) lauthals zu feiern. Seriöse Politiker und Medien stimmten in das fanatisch-nationale Freudengeheul der VDS-Anhängerschaft nicht ein. Sehr bezeichnend.
    • Ansonsten hat sich nicht geändert:
      • Der raue Ton im VDS-Forum, das vor sich hin dümpelt.
      • Die schlampigen Recherchen für den sogenannten “Anglizismen-INDEX”. Er strotzt noch immer vor Fehlern.
      • Die personelle Ausstattung: Alte Herren an Stammtischen und in Diskussionsrunden auf Stammtischniveau. Niveau nehme ich zurück.
      • Die finanzielle Austattung des VDS. Notorisch klamm bis pleite.
    • Das Beste zum Schluss: Aus der “Abstinenz” ergab sich ein ungeheuer wichtiges Medienbild des VDS für mich: Der VDS ist in den großen deutschen Medien NICHT präsent! Nicht einmal zum “Tag der deutschen Sprache”, den der VDS ja für sich in Anspruch nimmt, findet sich in einem ernst zu nehmenden deutschen Blatt eine Zeile! Wenn das keine komplette Pleite für den VDS ist!
    • Eine Pleite für den VDS waren wohl auch seine Versuche, mich mit (wohl fingierten) Anwaltsschreiben einzuschüchtern. Ein von einer “Anwaltskanzlei Andernach” aus Dortmund “im Namen unserer Mandantin” ergangenes Ultimatum zur Änderung bzw. Streichung von einzelnen bemängelten Textpassagen ließ ich verstreichen – ohne Folgen und weitere Androhungen. Vielleicht stand hinter dieser mutmaßlichen Fälschung auch nicht der VDS als solcher, sondern irgendein schlecht weggekommener “Betroffener”, zu feige seinen Namen zu nennen, aber nicht zu feige, ein Anwaltskanzleischreiben zu fingieren. Im Branchenbuch nachschauen kann jeder, der lesen kann.

So bleibt die Geschichte des VDS wohl auch nur eine Geschichte voller Lügen, Fälschungen, Propaganda und einer großen Pleite.

Der VDS ist politisch tot. Das ist zumindest das gute Ergebnis dieser Geschichte hier. Aber noch mehr zu veranstalten, wäre unsinnige Zeitverschwendung. Wer mag, kann hier weitermachen.

Ich persönlich werde hier nur noch den ganzen Text des Zweiten Zwischenberichts komplett und im Klartext online stellen, damit der Inhalt von Google, Bing, Yahoo! und Co. recherchierbar wird.

Bis die Tage – und Glückauf der deutschen Sprache!

21. September 2009

Jetzt ist Sensemann fällig!

“Klar – wer nicht so denkt wie der VdS ist ein “Sprachpanscher”. So diffamiert man Andersdenkende, das ist auch eine Methode der Auseinandersetzung.”

So schrieb “Sensemann” im VDS-offiziellen Internetforum “Klartext” am 20.09.2009 um 19.55 Uhr, als Erwiderung auf einen Beitrag von “HoKeTo” – VDS-Sympathisant seines Zeichens.

Das dürfte “Sensemann” das Genick brechen – man kennt die faschistoiden Methoden des VDS und ihrer Forenvollstrecker Josef Braun und Peter Ambros.

“Sensemann” – Du hast unser vollstes Mitgefühl und unsere Solidarität. Wann nur bemerkst Du endlich, dass Du im falschen Forum bist?

Das Forum des VDS wird von Rassisten…

… nun, nicht gerade überschwemmt.

Aber sie haben derzeit die Oberhand, was das derzeitige Hauptthema beim VDS-offiziellen Internetforum “Klartext” zu sein scheint:

Es geht hier darum, was man denn zu den Afrikanern aus Mali, Nigeria, Angola usw. sagen “dürfte”: “Neger, Schwarzer, Farbiger usw.“. So jedenfalls heißt der eröffnete “Faden” (VDS-Internet-Foren-Jargon) zu diesem Thema. Dass ein aus Mali stammender “Neger” – offiziell geforderter Sprachgebrauch der VDS-Foristen mit den Decknamen “jedi”, “Trenak”, “Bastian”, “HoKeTo”, “Wolfgang” (eigentlich “N**i-Wolfgang”) – eventuell als “Malinese” bezeichnet werden könnte usw. wird dort natürlicherweise nicht einmal in Erwägung gezogen.

Wer weiß, dass der VDS und seine Mitläufer jedweden Gutmenschen (das sind Menschen, die sich für die Rechte Anderer einsetzen) HASSEN und DIFFAMIEREN, den wird die Diskussion darüber nicht wundern. Macht Euch selbst ein Bild und urteilt, was latentes faschistisches Gedankengut und nationalkonservative Kulturvereine à la “Verein Deutsche Sprache ‘e.V.’” hinter Eurem Rücken und mit Euern Steuergeldern so aushecken.

Apropos: Es sind bald Wahlen zum 17. Deutschen Bundestag – und ein Blick auf die “Freunde” bzw. “Mitglieder” der “Gesichtsbuch-” respektive “Facebook-”Gruppe “Verein Deutsche Sprache e.V./ German Language Association” sollte Euch einem Überblick über die hauptsächlichen Unterstützer des VDS “e.V.” geben: Die CDU, die Junge Union und andere wert- und nationalkonservative Gruppierungen!

Ich gebe keine Wahlempfehlung – jedenfalls jetzt und hier noch nicht – sage Euch aber wie immer: Obacht, Deutschland!

31. August 2009

Ihr habt es geschafft!

Ihr, die ihr Ambros, Braun und Krämer heißt. Auch Steinbach, Baer, Ivens, “Wolfgang” und Junker sind verdächtig. Und dann wäre da noch dieser eine gewisse “Anonyme” mit der IP 87.127.171.17, der dauernd draufhaut, wo nichts ist. Zur Sache hat er jedenfalls NICHTS beigetragen.

Mich ereilte ein anwaltlicher Schriftwechsel von VDS-Seite. Eben nun kam ich von meinem Anwalt, den ich ratsuchend bemühen tat. Der wiederum riet mir zur Einstellung dieses Weblogs.

Aber so nicht, die FREISPRECHEINRICHTUNG bleibt, wo sie ist. Auch der Zweite Zwischenbericht wird weiterhin verbreitet. Was geschrieben worden ist, wird nicht zurückgenommen, egal was passiert.

Ich gehe, sucht mich nicht. Ihr werdet mich nicht finden. Vielleicht macht meine Frau ja weiter.

22. August 2009

Andere Kaliber

Es wird aus VDS-Kreisen gefordert, “daß [sic!] zur Rettung der Sprache andere Kaliber aufgefahren werden müssen.” Quelle: http://www.vds-ev.de/forum/viewtopic.php?TopicID=3167&page=1#76425.

Unnötig zu betonen, dass die deutsche Sprache gemeint ist. Woher aber jetzt diese radikale, ja extremistische Forderung? Das kann ja nur aktiver Widerstand gegen die vom VDS beobachtete “Anglisierung der deutschen Sprache” (O-Ton VDS) bedeuten, bewaffneter Kampf gegen den Einzelhandel, die Werbeindustrie, die Bahn womöglich.

Ich sehe schon Horden von VDS-Hörigen mordend und brandschatzend durch die Einkaufsmeilen der Großstädte und die Bahnhofshallen ziehen, dabei jedes Werbeplakat, das auch nur einen einzigen Anglizismus enthält, abreißend und auf großen Scheiterhaufen verbrennend.

Denglioten[1]Vor jedem Geschäft, das “Coffee to go” verkauft, postiert sich ein VDSler, um jedem Kunden, der das Warnschild missachtet und trotzdem einen solchen Kaffee kauft auf seine “Missachtung der deutschen Sprache” (ebenfalls O-Ton VDS) hinzuweisen.

Was diese Radikalisierung im Umgang mit dem Englischen im deutschen Alltag hervorrief?

Ein Spiegel-Artikel, das ein gewisses Individuum mit dem Decknamen “Der fröhliche Hai” entdeckt hat und im VDS-offiziellen Internetforum “Klartext” per Volltext und Link veröffentlicht hat. Ich nehme an, der “Hai” hat diese Aufgabe (Zeitungsartikel abschreiben und veröffentlichen) vom schon seit längerer Zeit abgetauchten VDS-Funktionär Braun übernommen.

Auf alle Fälle aber: Obacht, Deutschland! Die “Sturmtruppen” des VDS rüsten auf und verteilen jetzt größere Kaliber!

[Dieser Artikel wurde inhaltlich von VDS-Seite bemängelt.]

18. August 2009

Gelungener Kurzfilm

So nennt der “Gesichtsbuch”-VDS-Gruppengründer und -Admin Markus Richter in seinem “Gesichtsbuch”-Rundbrief einen “DuRöhre”-Filmbeitrag, der ursprünglich und unverkennbar vom deutschen Auslandssender “Deutsche Welle” kommt. Das vergaß Richter zu erwähnen, ist ihm wohl auch nicht weiter wichtig. Der Vollständigkeit halber hier der Richtersche Originaltext seines Rundbriefs an die weltumspannende Gemeinde von derzeit 81 Facebook-”Freunden”, mich eingeschlossen:

“Liebe Mitglieder,

anbei informiere ich euch über einen gelungenen Kurzfilm, der jetzt in unserer Gruppe zu sehen ist. Einfach anklicken und zurücklehnen. :)

LG
Markus”

Man beachte die Anrede “Mitglieder”! Aber zurück zm Thema: Natürlich geht es im beworbenen Filmbeitrag in den gut 5 Minuten um das altbekannte Dogma: die sogenannte “Anglizismenflut”, der die Deutschen ausgesetzt seien. Auch Statistiken fehlen nicht, so wird denn schon nach 22 Sekunden verkündet, dass, so wörtlich  ”ein Drittel aller Deutschen” kein Englisch verstehen! Das ist doch mal eine Zahl! Ein Drittel! Die restlichen zwei Drittel verstehen dann ja wohl Englisch. Und das klingt für mich nach einer komfortablen Mehrheit, mit der sich im Deutschen Bundestag sogar die Verfassung, pardon – das Grundgesetz ändern ließen, so eine Partei / Koalition eine solche Mehrheit denn hätten. Auf diese Mehrheit geht der VDS aber nicht ein, er betätigt sich ja dann wohl eher im Minderheitenschutz, will uns aber weismachen, er trete für die Mehrheit der Deutschen ein.

Hier lügt sich der VDS wieder einmal eine Demagogie zusammen, die Goebbels selig vor Neid erblassen lassen würde…

Obacht, Deutschland!

11. August 2009

Gesichtsbuch

Abgelegt unter: Allgemeines — korinther55 @ 16:13

Kennen Sie das Weltnetzportal “Gesichtsbuch”? Nein? Sie haben recht, es heißt “Facebook”.

Der VDS (Verein Deutsche Sprache e.V.) würde Facebook gewiss als “Sprachpanscher” aburteilen ob seines anglizistischen Namens. Wie sagte die CDU-gesteuerte Vertriebenen-Chefin Steinbach:

“Jedes Produkt, von der Fahrkarte bis zum Weichspüler, muss deutlich lesbar in deutscher Sprache benannt und erläutert sein.”

Und da fallen solche “Weltnetzangebote” natürlich auch drunter, für den VDS jedenfalls.

Aber wenn es um VDS-eigene Interessen geht, drückt der Verein auch mal ein Auge zu oder zwei. Der Altherrenverein ist jetzt nämlich auch bei Web 2.0 angekommen und hat durch seine prominenten Funktionäre Paulwitz und Jäger die Gruppe “Verein Deutsche Sprache e.V.” gründen lassen. So richtig mit offiziellem VDS-Logo und so.

Interessant ist die Sprachwahl von Facebook, wenn man der Gruppe beitreten will:

“Möchtest du Verein Deutsche Sprache e.V. beitreten?”

Ich hoffe, ich bekomme jetzt keine Zahlungsaufforderung vom VDS wegen der fälligen jährlichen “Spende”, im voraus zu zahlen!

Das Pikanteste aber ist: Bei Facebook besteht die Möglichkeit, ein Diskussionsforum zu führen. Jetzt hat der VDS also zwei offizielle Internetforen, den sogenannten “Klartext”, der nur noch im eigenen Saft kocht, stark zensiert ist und keine Neuen mehr zulassen will – und das Facebook-Forum, das schon 5 (fünf) Beiträge von 3 (drei) Autoren hat. Außer den beiden Obengenannten hat noch ein gewisser Ulrich Beul aus “Germany” eine Zeile hinterlassen. Bis jetzt ist noch nichts Kritisches zu lesen.

Dieses Forum ist für alle lesbar und für “Mitglieder” der Gruppe frei benutzbar. Wie Zensur dort funktioniert, weiß ich noch nicht. Wir werden sehen.

Dass zensiert werden wird, dessen bin ich mir sicher.

3. August 2009

Der VDS lässt sich nicht in die Karten gucken

Abgelegt unter: Forum, Klartext, Mitglieder, Paranoia, Personen, Schleichwerbung, Sekte, VDS — korinther55 @ 18:02

So könnte man meinen, wenn es im VDS-offiziellen Internetforum “Klartext” durch den hochrangigen VDS-Funktionär Peter Ambros heißt:

“Vielleicht liegt es daran, daß es sich hier um ein allgemeines Sprachforum, an dem auch Nichtmitglieder des VDS teilnehmen, handelt.
Es ist kein VDS-internes Forum.
Ein solches gibt es und ich schlage vor, die Fragen dort zu stellen.”

Nachzulesen hier: http://www.vds-ev.de/forum/viewtopic.php?TopicID=4036&page=0#76022

Es ist also doch wahr! Was die Öffentlichkeit nicht wissen soll, wird in einem “VDS-internen Forum” behandelt. Was soll diese Geheimniskrämerei? Was hat der VDS geheimzuhalten? Etwa die Verbindungen zum Bertelsmann-Verlag bzw. zum IFB-Verlag, die eindeutig kommerzieller Natur sind? Oder werden dort die VDS-Jünger “auf Linie gebracht”?

Pikant ist, dass VDS-Funktionär Ambros den Link zum Forum nicht verrät…

25. Juli 2009

Hat der VDS keine aktuellen Fotos?

Der sogenannte “Verein Deutsche Sprache e.V.”, die Horde selbsternannter Sprachschützer (falls das jemandem entfallen sein sollte) meint, auf seiner “Leitseite” (offizieller Sprachgebrauch eben jenes “Vereins”) das Engagement Stefan Raabs (“TV Total”) für deutsche Künstler würdigen zu müssen und illustriert den Artikel mit einem von VDS-Funktionär Akstinat geschossenen Foto aus dem Jahr 2005 – das war vor vier Jahren!. Dass der Mann Korrespondent sein soll (laut VDS-Seiten), mag man ihm abnehmen, aber von Fotos hat er wohl keine Ahnung. Frontalblitz bei Innenaufnahmen, Schlagschatten vor dem Hintergrund, nichtssagende Gesichtsausdrücke der Fotografierten – welch’ Dilettantismus! Das Objekt der Kritik ist hier zu sehen.

Nun dürfte es auch für die VDS-Funkionäre ein Leichtes sein, bei den jeweilig zuständigen Stellen ein etwas aktuelleres Foto zu finden. Aber bei der notorischen Klammheit des VDS dürften wohl auch die Gebühren für eine Fotoverwertung aus erster Hand nicht mehr drin sein, also wird ein Foto aus den Jugendtagen von Raab recycelt (VDSler sprechen dieses Wort “rezützelt” aus) – ist wohl billiger.

Ich muss wohl nicht dazusagen, dass der von Stefan Raab angedachte Modus, den Sieger des “Bundesvision Song Contest” am Eurovisions-Grand Prix teilnehmen zu lassen (wir erinnern uns an Max Mutzke, Platz 8 beim ESC 2004) jetzt auf einmal als “VDS-Initiative” firmiert. Aber im Plagiieren von Ideen sind gewisse Leute gut zu Fuß.

Im entsprechenden “Artikel” des “VDS” liest man übrigens keinerlei Kritik am “denglischen” Namen des “Bundesvision Song Contest”…

29. Juni 2009

Braun steht nicht alleine da

Abgelegt unter: Antikommunismus, Hetze, Lesetipps, Paranoia, Propagandalügen, Zensur — korinther55 @ 14:11

Brauns (und Ambros’) massive Zensur im VDS-Forum wurde schon öfter und nicht nur an dieser Stelle behandelt. Dass solch’ ein Verhalten verwerflich ist, ist unumstritten, außer bei den VDS-Zensoren selbst natürlich. Bei einem so unwichtigen Forum eines so unwichtigen Vereins ist das noch verschmerzbar, gibt es doch andere und wichtigere Foren und Blogs, in denen man zur deutschen Sprache und so weiter Stellung nehmen kann – unzensiert.

Bei einem Blog, das vor allem politische Themen behandelt, wird es brenzlig, wenn der Blogbetreiber keine Argumente zur Kritik an einigen seiner Ansichten hat. So geschehen im Hartung-Blog “Freie Sicht”, das sich nach eigenen Worten “Pro-Europäisch. Pro-Israelisch. Politisch Unkorrekt” gibt. Das “Pro-Israelisch” meint hier übrigens Anti-arabisch bzw. Anti-palästinensisch. Das aber nur am Rande, das ist nicht das Thema. In einem seiner Ergüsse hat dieser gewisse “Peter Hartung” (ob der Name stimmt, weiß ich nicht) das Theme “Linksextremismus” auf die Pfanne genommen: http://freiesicht.wordpress.com/2009/06/18/es-geht-zu-weit-extremismus-bekampfen/. Eigentlich ging es um den 17. Juni (er meint den westdeutschen “Gedenktag”), dann um die Bildungsstreikwoche, die zeitgleich stattfand und verstieg sich zu der Behauptung, dass der Bildungsstreik von der (nach seinen Worten) “extremistischen” SDAJ missbraucht werde. Da “Hartung” (oder wie sein richtiger Name sein möge) aber schon in einem früheren Artikel die “LINKE” (die Partei, nicht die politische Grundrichtung) ebenfalls als “extremistisch” eingestuft hat, wollte ich Klarheit zu seiner Position. Im darauf folgenden Disput via Blog-Kommentar, der durchaus lesenswert zu bezeichnen war, brachte “Hartung” seine Argumente: Anhänger des Marxismus-Leninismus sind allesamt Extremisten, die “LINKE” ist die Partei der “über 1000″ (seine Worte, in Wahrheit sind es 123) Mauertoten (also hat der Ex-SPDler Lafontaine auch die Mauertoten auf dem Gewissen). Für “Hartung” ist Lenin nichts weiter als ein Massenmörder, der 12 Millionen Menschen auf dem Gewissen hat. Für mich klingt das alles nach einem tief verwurzelten Antikommunismus, es ist also nicht verkehrt, wenn ich “Hartung” als einen Antikommunisten bezeichne. Auf die Frage nach dem Sozialdemokraten Noske und den von Noske zu verantwortenden Toten während der Weimarer Republik schwieg “Hartung” übrigens beharrlich. Meine erneute Frage danach wurde von “Hartung” auch wieder gelöscht, aber nicht beantwortet oder kommentiert.

Angeblich vertritt “Hartung” auch die eine oder andere linke Position, die sucht man in den Ergüssen der “Freien Sicht” jedoch vergebens. Seine Vergangenheit liegt in der “Jungen Union”, seine “Quellen” sind unter anderem das sogenannte “CDU-Basis-Blog” und andere antikommunistische Pamphlete. Die Weltsicht des “Hartung” darf mit Fug und Recht als eingeschränkt gelten. Weltoffenheit hat auch was mit Offenheit gegenüber anderen Meinungen und Weltanschauungen zu tun, für “Hartung” ist wohl jede Weltanschauung abseits seiner eigenen als “extremistisch” einzustufen.

Habe ich eigentlich schon gesagt, dass “Hartung” alle meine (und auch seine) Kommentare zum Thema gelöscht hat? Auch meine Erklärung, die ich nach seiner Zensuraktion abgab? Und alles nur, weil ich seine Sicht auf die Linken dieser Welt mit der eines gewissen rechtskonservativen Mediums verglich, das gerade einen Artikel mit fast demselben Wortlaut, auf alle Fälle aber derselben Intention veröffentlichte (ich meine die “Deutsche Stimme”). Da meinte “Hartung” sich endlich distanzieren zu müssen, und zwar nachdrücklich. Getroffene Hunde bellen eben.

Was das Ganze nun hier zu suchen hat? Eigentlich nichts. “Hartungs” Verhalten zeigt nur, dass die politische Zensur weiter verbreitet ist, als man gemeinhin annehmen mag.

Ältere Artikel »

Bloggen Sie auf WordPress.com.