Brauns (und Ambros’) massive Zensur im VDS-Forum wurde schon öfter und nicht nur an dieser Stelle behandelt. Dass solch’ ein Verhalten verwerflich ist, ist unumstritten, außer bei den VDS-Zensoren selbst natürlich. Bei einem so unwichtigen Forum eines so unwichtigen Vereins ist das noch verschmerzbar, gibt es doch andere und wichtigere Foren und Blogs, in denen man zur deutschen Sprache und so weiter Stellung nehmen kann – unzensiert.
Bei einem Blog, das vor allem politische Themen behandelt, wird es brenzlig, wenn der Blogbetreiber keine Argumente zur Kritik an einigen seiner Ansichten hat. So geschehen im Hartung-Blog „Freie Sicht“, das sich nach eigenen Worten „Pro-Europäisch. Pro-Israelisch. Politisch Unkorrekt“ gibt. Das „Pro-Israelisch“ meint hier übrigens Anti-arabisch bzw. Anti-palästinensisch. Das aber nur am Rande, das ist nicht das Thema. In einem seiner Ergüsse hat dieser gewisse „Peter Hartung“ (ob der Name stimmt, weiß ich nicht) das Theme „Linksextremismus“ auf die Pfanne genommen: http://freiesicht.wordpress.com/2009/06/18/es-geht-zu-weit-extremismus-bekampfen/. Eigentlich ging es um den 17. Juni (er meint den westdeutschen „Gedenktag“), dann um die Bildungsstreikwoche, die zeitgleich stattfand und verstieg sich zu der Behauptung, dass der Bildungsstreik von der (nach seinen Worten) „extremistischen“ SDAJ missbraucht werde. Da „Hartung“ (oder wie sein richtiger Name sein möge) aber schon in einem früheren Artikel die „LINKE“ (die Partei, nicht die politische Grundrichtung) ebenfalls als „extremistisch“ eingestuft hat, wollte ich Klarheit zu seiner Position. Im darauf folgenden Disput via Blog-Kommentar, der durchaus lesenswert zu bezeichnen war, brachte „Hartung“ seine Argumente: Anhänger des Marxismus-Leninismus sind allesamt Extremisten, die „LINKE“ ist die Partei der „über 1000″ (seine Worte, in Wahrheit sind es 123) Mauertoten (also hat der Ex-SPDler Lafontaine auch die Mauertoten auf dem Gewissen). Für „Hartung“ ist Lenin nichts weiter als ein Massenmörder, der 12 Millionen Menschen auf dem Gewissen hat. Für mich klingt das alles nach einem tief verwurzelten Antikommunismus, es ist also nicht verkehrt, wenn ich „Hartung“ als einen Antikommunisten bezeichne. Auf die Frage nach dem Sozialdemokraten Noske und den von Noske zu verantwortenden Toten während der Weimarer Republik schwieg „Hartung“ übrigens beharrlich. Meine erneute Frage danach wurde von „Hartung“ auch wieder gelöscht, aber nicht beantwortet oder kommentiert.
Angeblich vertritt „Hartung“ auch die eine oder andere linke Position, die sucht man in den Ergüssen der „Freien Sicht“ jedoch vergebens. Seine Vergangenheit liegt in der „Jungen Union“, seine „Quellen“ sind unter anderem das sogenannte „CDU-Basis-Blog“ und andere antikommunistische Pamphlete. Die Weltsicht des „Hartung“ darf mit Fug und Recht als eingeschränkt gelten. Weltoffenheit hat auch was mit Offenheit gegenüber anderen Meinungen und Weltanschauungen zu tun, für „Hartung“ ist wohl jede Weltanschauung abseits seiner eigenen als „extremistisch“ einzustufen.
Habe ich eigentlich schon gesagt, dass „Hartung“ alle meine (und auch seine) Kommentare zum Thema gelöscht hat? Auch meine Erklärung, die ich nach seiner Zensuraktion abgab? Und alles nur, weil ich seine Sicht auf die Linken dieser Welt mit der eines gewissen rechtskonservativen Mediums verglich, das gerade einen Artikel mit fast demselben Wortlaut, auf alle Fälle aber derselben Intention veröffentlichte (ich meine die „Deutsche Stimme“). Da meinte „Hartung“ sich endlich distanzieren zu müssen, und zwar nachdrücklich. Getroffene Hunde bellen eben.
Was das Ganze nun hier zu suchen hat? Eigentlich nichts. „Hartungs“ Verhalten zeigt nur, dass die politische Zensur weiter verbreitet ist, als man gemeinhin annehmen mag.