Die FREISPRECHEINRICHTUNG ist nun seit geraumer Zeit ohne neue Beiträge meinerseits. Das hat vor allem folgenden Grund: Es gibt keine neuen Erkenntnisse über den Verein Deutsche Sprache e.V. (weiterhin VDS), seine tragenden Funktionäre und Sympathisanten. Eine Entwicklung in irgendeine Richtung ist seitens des VDS und seiner Protagonisten nicht zu entdecken. Weiterhin habe ich in den letzten drei Monaten ein Experiment mit dem VDS unternommen:
- Die ständige Beobachtung des VDS wurde in diesem Zeitraum eingestellt.
- Die ständige Beobachtung des VDS-offiziellen Forums wurde in diesem Zeitraum ebenfalls eingestellt.
- Gestern habe ich die Beobachtung wieder aufgenommen und stelle hiermit Folgendes fest:
- Die Ziele, die Doktrin, die Polemik und die Arbeitsweise des VDS haben sich NICHT geändert.
- Der VDS reklamiert nach wie vor ausnahmslos ALLE “Lichtblicke für die deutsche Sprache” als seine EIGENEN Erfolge. Das ist lachhaft. Dass viele Menschen keine Anglizismen verwenden, liegt definitiv NICHT an der Propaganda des VDS. So stellt der VDS die Absichtserklärung der schwarz-gelben Koalition zur Verankerung der deutschen Sprache als Staatsziel Kultur als, so wörtlich: “Erfolg für den VDS” dar. Der VDS war definitiv NICHT an den Koalitionsverhandlungen beteiligt. Auch die ARD-Entscheidung, künftig für den Eurovision Song Contest mit Stefan Raab zusammenzuarbeiten, wurde fälschlicherweise als VDS-Erfindung propagiert, ich berichtete damals.
- Der VDS war sich auch nicht zu schade, den peinlichen (eher pampigen) Auftritt des damals Nochnicht-Außenministers Westerwelle (Pressekonferenz vom 29.9.09) lauthals zu feiern. Seriöse Politiker und Medien stimmten in das fanatisch-nationale Freudengeheul der VDS-Anhängerschaft nicht ein. Sehr bezeichnend.
- Ansonsten hat sich nicht geändert:
- Der raue Ton im VDS-Forum, das vor sich hin dümpelt.
- Die schlampigen Recherchen für den sogenannten “Anglizismen-INDEX”. Er strotzt noch immer vor Fehlern.
- Die personelle Ausstattung: Alte Herren an Stammtischen und in Diskussionsrunden auf Stammtischniveau. Niveau nehme ich zurück.
- Die finanzielle Austattung des VDS. Notorisch klamm bis pleite.
- Das Beste zum Schluss: Aus der “Abstinenz” ergab sich ein ungeheuer wichtiges Medienbild des VDS für mich: Der VDS ist in den großen deutschen Medien NICHT präsent! Nicht einmal zum “Tag der deutschen Sprache”, den der VDS ja für sich in Anspruch nimmt, findet sich in einem ernst zu nehmenden deutschen Blatt eine Zeile! Wenn das keine komplette Pleite für den VDS ist!
- Eine Pleite für den VDS waren wohl auch seine Versuche, mich mit (wohl fingierten) Anwaltsschreiben einzuschüchtern. Ein von einer “Anwaltskanzlei Andernach” aus Dortmund “im Namen unserer Mandantin” ergangenes Ultimatum zur Änderung bzw. Streichung von einzelnen bemängelten Textpassagen ließ ich verstreichen – ohne Folgen und weitere Androhungen. Vielleicht stand hinter dieser mutmaßlichen Fälschung auch nicht der VDS als solcher, sondern irgendein schlecht weggekommener “Betroffener”, zu feige seinen Namen zu nennen, aber nicht zu feige, ein Anwaltskanzleischreiben zu fingieren. Im Branchenbuch nachschauen kann jeder, der lesen kann.
So bleibt die Geschichte des VDS wohl auch nur eine Geschichte voller Lügen, Fälschungen, Propaganda und einer großen Pleite.
Der VDS ist politisch tot. Das ist zumindest das gute Ergebnis dieser Geschichte hier. Aber noch mehr zu veranstalten, wäre unsinnige Zeitverschwendung. Wer mag, kann hier weitermachen.
Ich persönlich werde hier nur noch den ganzen Text des Zweiten Zwischenberichts komplett und im Klartext online stellen, damit der Inhalt von Google, Bing, Yahoo! und Co. recherchierbar wird.
Bis die Tage – und Glückauf der deutschen Sprache!
![Denglioten[1] Denglioten[1]](http://freisprecheinrichtung.files.wordpress.com/2009/08/denglioten1.jpg?w=200&h=123)